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VATI-Lagerung richtig anwenden - Varianten, Ablauf und Grenzen

Evelin Jost

Evelin Jost

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13. Oktober 2026

Pflegekraft hilft einer älteren Frau bei der **Lagerung** im Bett.

Wenn ein Mensch flach im Bett liegt und schwerer atmet, kann schon die richtige Position spürbar entlasten. Die VATI-Lagerung nutzt dafür Kissen in V-, A-, T- oder I-Form, um bestimmte Bereiche des Brustkorbs zu dehnen und die Belüftung der Lunge zu unterstützen. Ich zeige, wann die einzelnen Varianten sinnvoll sind, wie sie praktisch durchgeführt werden und wo ihre Grenzen liegen.

Die wichtigsten Handgriffe für eine wirksame Positionierung

  • Ziel: Die Lagerung soll die Atmung erleichtern und ausgewählte Lungenabschnitte besser belüften.
  • Hilfsmittel: Meist reichen zwei gleich große, eher feste Kissen oder gefaltete Decken.
  • Varianten: V, A, T und I unterscheiden sich vor allem durch die Position der Kissen am Rücken und Brustkorb.
  • Kontrolle: Haut, Atmung, Schmerzen und Wohlbefinden müssen regelmäßig überprüft werden.
  • Grenze: Bei akuter starker Atemnot ersetzt die Positionierung keinesfalls den Notruf über 112.

Was hinter der VATI-Lagerung steckt

Bei dieser Methode werden Kissen so angeordnet, dass sie den Körper sanft unterstützen und den Brustkorb in eine bestimmte Richtung öffnen. Es handelt sich um eine sogenannte Dehnungslagerung. Damit ist eine Position gemeint, die ausgewählte Lungenbereiche stärker an der Atmung beteiligt.

Die Buchstaben beschreiben die Form der Kissen auf der Matratze. Je nach Variante werden eher die seitlichen, oberen oder unteren Abschnitte des Brustkorbs angesprochen. Das kann bei eingeschränkter Mobilität, nach längeren Liegezeiten oder im Rahmen einer Pneumonieprophylaxe hilfreich sein.

Ich sehe die Methode allerdings nicht als starres Schema. Entscheidend ist nicht, ob die Kissen auf dem Papier perfekt wie ein Buchstabe aussehen, sondern ob die betroffene Person freier atmen kann und bequem liegt. Eine kleine Korrektur der Kissen ist oft sinnvoller als das unbequeme Festhalten an einer bestimmten Form.

Die vier Varianten und ihr praktischer Nutzen

Variante Anordnung Typischer Schwerpunkt
V-Lagerung Zwei Kissen bilden hinter dem Rücken ein V. Die Spitze zeigt in Richtung Becken. Unterstützt besonders die Belüftung der seitlichen Brustkorbbereiche.
A-Lagerung Die Kissen liegen spiegelverkehrt zur V-Form. Die Spitze zeigt in Richtung Kopf. Kann den oberen Brustkorb und die oberen Lungenabschnitte stärker dehnen.
T-Lagerung Ein Kissen liegt quer unter den Schulterblättern, ein weiteres längs darunter. Öffnet den oberen Brustkorb und kann Druckbereiche gezielt entlasten.
I-Lagerung Ein Kissen liegt längs unter dem Rücken. Das Querpolster der T-Form entfällt. Einfachere, weniger intensive Variante für eine sanfte Unterstützung.

Die V-Lagerung wird in der Pflege häufig genutzt, wenn die seitliche Brustkorbbewegung unterstützt werden soll. Die Kissen dürfen dabei nicht direkt auf empfindliche Knochenvorsprünge drücken. Kopf und Nacken werden separat so gelagert, dass die Halswirbelsäule entspannt bleibt.

Bei der A-Lagerung ist etwas mehr Aufmerksamkeit nötig. Bei kleinen oder sehr schmalen Menschen kann die Position ein Hohlkreuz begünstigen. In diesem Fall muss die Kissenhöhe angepasst oder eine andere Variante gewählt werden.

Die T-Lagerung kann den oberen Brustkorb öffnen, darf aber nicht unangenehm auf Schulterblätter oder Rippen drücken. Die I-Lagerung ist weniger aufwendig und wird oft dann gewählt, wenn eine stärkere Dehnung nicht vertragen wird. Für mich ist sie häufig ein guter Einstieg, bevor eine intensivere Variante ausprobiert wird.

Frau in Seitenlage mit Kissen zwischen den Beinen für optimale vati lagerung. Detailansicht zeigt 30-Grad-Winkel.

So wird die Position sicher vorbereitet

1. Situation einschätzen

Vor dem Umlagern frage ich zuerst nach Schmerzen, Atemnot, Schwindel und der bevorzugten Liegeposition. Auch Schläuche, Katheter, Drainagen, Sauerstoffleitungen oder Infusionen müssen vor der Bewegung geprüft werden. Eine Positionierung darf nicht dazu führen, dass eine Leitung zieht oder abgeknickt wird.

2. Material bereitlegen

In der Regel genügen zwei gleich dicke Kissen. Sie sollten stabil genug sein, um nicht sofort zusammenzufallen, aber weich genug, damit keine Druckstellen entstehen. Ein zusätzliches kleines Kissen für den Kopf, ein Handtuch für die Hand oder eine Rolle unter den Knien kann den Komfort deutlich verbessern.

3. Kissen platzieren

Die Person liegt möglichst gerade und wird nur so weit bewegt, wie es nötig ist. Bei der V-Lagerung werden die beiden Kissen hinter dem Rücken ausgelegt und anschließend der Körper vorsichtig in die entstandene Mulde geführt. Bei der T- und I-Variante ist besonders wichtig, dass die Wirbelsäule nicht verdreht wird.

Arme und Hände sollten frei liegen und nicht unter dem Körper eingeklemmt werden. Die Fersen brauchen ebenfalls Aufmerksamkeit, weil sie bei wenig Bewegung schnell Druck ausgesetzt sind. Kleine Veränderungen der Kissenposition können hier mehr bewirken als ein zusätzliches großes Polster.

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4. Wirkung überprüfen

Nach der Positionierung sollte die Person einige Minuten ruhig liegen und beschreiben, wie sich die Atmung anfühlt. Ich achte dabei auf Hautfarbe, Atemfrequenz, Anstrengung beim Atmen, Schmerzen und Unruhe. Wird die Atmung schlechter oder entstehen Schmerzen, wird die Position sofort verändert.

Eine häufig genannte Dauer von etwa 30 Minuten ist kein allgemeingültiger Zeitplan. Manche Menschen profitieren nur kurz, andere länger. Maßgeblich sind die ärztliche oder pflegerische Planung, die individuelle Belastbarkeit und die regelmäßige Kontrolle.

Wann die Lagerung sinnvoll ist und wann Vorsicht gilt

Die Methode kann Teil einer pflegerischen Unterstützung bei eingeschränkter Lungenbelüftung, längeren Liegezeiten oder erhöhtem Risiko für Sekretstau sein. Sie kann außerdem mit Atemübungen, Mobilisation und einer aufrechten Sitzposition kombiniert werden. Eine einzelne Lagerung verhindert jedoch keine Lungenentzündung und ersetzt keine Behandlung.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur akuten Atemnot. Bei plötzlich auftretender oder starker Atemnot, bläulichen Lippen, Verwirrtheit, Brustschmerzen oder deutlicher Verschlechterung muss sofort 112 gewählt werden. Bis Hilfe eintrifft, sollte die Person in einer gut verträglichen, meist aufrechten Position bleiben und nicht allein gelassen werden.

Vorsicht ist außerdem geboten bei frischen Operationen, instabilen Wirbelsäulenverletzungen, ausgeprägten Schmerzen, schweren Kreislaufproblemen oder bestimmten Erkrankungen des Brustkorbs. In solchen Situationen darf die Positionierung nur nach fachlicher Anleitung erfolgen.

  • Bei Schmerzen an Schulterblättern, Rippen oder Wirbelsäule die Kissenlage sofort korrigieren.
  • Bei eingeschränkter Wahrnehmung die Haut besonders engmaschig auf Rötungen und Druckstellen kontrollieren.
  • Bei Sauerstofftherapie darauf achten, dass die Nasenbrille korrekt sitzt und die Leitung frei bleibt.
  • Bei Schluckstörungen oder Reflux nicht einfach flach lagern, sondern die empfohlene Oberkörperposition berücksichtigen.

Die alte Vorstellung, man müsse eine Person nur regelmäßig „umdrehen“, greift zu kurz. Moderne Positionierung bezieht die Person möglichst aktiv ein. Sie entscheidet mit, meldet Beschwerden und nutzt vorhandene Bewegungsmöglichkeiten selbst.

Typische Fehler im Pflegealltag

Der häufigste Fehler ist ein zu großer Druck durch zu harte oder falsch platzierte Kissen. Eine sichtbare Buchstabenform sagt wenig aus, wenn Schulter, Becken oder Fersen dabei belastet werden. Bequemlichkeit und Druckentlastung sind keine Nebensachen, sondern Teil der Wirksamkeit.

Ebenfalls problematisch ist eine zu lange unveränderte Position. Auch eine gut verträgliche Lagerung wird ungünstig, wenn niemand nach dem Befinden fragt. Rötungen, Taubheitsgefühl, kalte Extremitäten oder zunehmende Unruhe sind klare Signale für eine Veränderung.

Manchmal wird außerdem nur auf die Lunge geschaut und der restliche Körper vergessen. Die Person kann zwar besser atmen, liegt aber mit verdrehtem Becken oder abgeknicktem Handgelenk. Ich prüfe deshalb nach jeder Positionierung den ganzen Körper von Kopf bis Fuß und nicht nur die Atembewegung.

Ein weiterer Irrtum besteht darin, die VATI-Position als Ersatz für Bewegung zu betrachten. Wenn es der Zustand erlaubt, sind Aufsitzen, kurze Mobilisation und aktive Atemübungen meist die wertvolleren Ergänzungen. Die Lagerung unterstützt diese Maßnahmen, sie nimmt sie nicht ab.

Wie die Positionierung in den Pflegeplan passt

Damit die Methode im Alltag zuverlässig funktioniert, sollte im Pflegeplan festgehalten werden, welche Variante vertragen wird, welches Ziel verfolgt wird und worauf zu achten ist. Eine kurze Dokumentation kann zum Beispiel enthalten, ob die V- oder T-Form besser akzeptiert wird, wie die Haut reagiert und ob die Atmung danach ruhiger wirkt.

Auch Angehörige können einfache vorbereitende Aufgaben übernehmen, etwa Kissen bereitlegen oder Veränderungen beim Wohlbefinden beobachten. Die eigentliche Durchführung sollte bei unsicheren oder medizinisch komplexen Situationen jedoch durch eine eingewiesene Pflegeperson erfolgen.

Für die Praxis hat sich eine einfache Reihenfolge bewährt: erklären, vorbereiten, positionieren, beobachten und anpassen. Diese fünf Schritte verhindern viele unnötige Beschwerden und machen aus einer schematischen Technik eine individuelle Pflegehandlung.

Die beste Lagerung ist die, die sicher und gut verträglich bleibt

Die VATI-Lagerung ist ein nützliches Werkzeug, wenn sie passend zur Person eingesetzt wird. Sie kann die Atmung erleichtern, bestimmte Brustkorbbereiche dehnen und Druck gezielt verteilen. Ihre Wirkung hängt aber immer von der Ausgangssituation, der Kissenhöhe und der Reaktion des Menschen ab.

Ich würde deshalb nie nur nach der Form des Buchstabens entscheiden. Die entscheidende Frage lautet, ob die Person danach leichter atmet, weniger angestrengt wirkt und ohne neue Schmerzen liegt. Bei Unsicherheit, akuter Verschlechterung oder besonderen Erkrankungen gehört die Anleitung in die Hände von Pflegefachpersonen und behandelnden Ärztinnen oder Ärzten.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Bei der V-Lagerung zeigen die Kissen mit der Spitze zum Becken und unterstützen vor allem die seitlichen Brustkorbbereiche. Die A-Lagerung zeigt mit der Spitze zum Kopf und kann den oberen Brustkorb stärker dehnen. Bei der T-Lagerung liegt ein Kissen quer unter den Schulterblättern und eines längs darunter, während die I-Lagerung nur ein längs liegendes Kissen nutzt und dadurch sanfter ist.

Meist reichen zwei gleich dicke, eher feste Kissen oder gefaltete Decken. Vor dem Umlagern sollten Schmerzen, Schwindel, Atemnot sowie Schläuche, Katheter, Drainagen, Sauerstoffleitungen und Infusionen geprüft werden. Danach kontrolliert man Haut, Atemfrequenz, Atemanstrengung, Schmerzen und Wohlbefinden.

Eine häufig genannte Dauer von etwa 30 Minuten ist kein allgemeingültiger Zeitplan. Entscheidend sind die individuelle Belastbarkeit, die pflegerische oder ärztliche Planung und die Reaktion der betroffenen Person. Wird die Atmung schlechter oder entstehen Schmerzen und Druckstellen, muss die Position sofort verändert werden.

Bei plötzlich auftretender oder starker Atemnot, bläulichen Lippen, Verwirrtheit, Brustschmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung muss sofort 112 gewählt werden. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollte die Person in einer gut verträglichen, meist aufrechten Position bleiben und nicht allein gelassen werden. Bei frischen Operationen, instabilen Wirbelsäulenverletzungen oder schweren Kreislaufproblemen ist eine Positionierung nur nach fachlicher Anleitung sinnvoll.
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druckentlastung vati-lagerung lungenbelüftung pneumonieprophylaxe

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Autor Evelin Jost
Evelin Jost
Mein Name ist Evelin Jost und ich bringe 14 Jahre Erfahrung im Bereich Seniorenleben mit, insbesondere in den Themen Pflege, Wohnen und Alltag. Mein Interesse für diese Bereiche entstand aus der persönlichen Begegnung mit älteren Menschen und den Herausforderungen, die sie im täglichen Leben meistern müssen. Ich finde es wichtig, die unterschiedlichen Facetten des Seniorenlebens verständlich zu erklären und dabei die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, aktuelle Trends und Entwicklungen zu beleuchten, die für Senioren und ihre Angehörigen von Bedeutung sind. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und das Vergleichen von Informationen, um meinen Lesern nützliche, präzise und leicht verständliche Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, die Themen so aufzubereiten, dass sie für alle zugänglich sind, und dabei einen klaren Überblick über die Herausforderungen und Lösungen im Seniorenleben zu schaffen.
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